Die Zukunft von Novorossija wird nicht nur an den Fronten entschieden

Die Zukunft von Novorossija wird nicht nur an den Fronten entschieden

Offener Brief

der Mitglieder des Redaktionskollegiums der Zeitschrift „Alternativen“

an die Verteidiger der Donezker und der Lugansker Volksrepublik

Sehr geehrte Genossen!

Wir wenden uns an Sie mit dieser Anrede, denn wir durchleben all jene Tragödien, die Sie durchzumachen haben, gemeinsam mit Ihnen. Wir sind Genossen, denn als Wissenschaftler von Universitäten und Forschungszentren Russlands, die dem Redaktionskollegium der bereits über 20 Jahre erscheinenden Zeitschrift „Alternativen“ angehören, vertreten wir in all diesen Jahren konsequent das Recht der Völker, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden und ihre Ehre, ihre Würde und ihr Leben zu verteidigen. Die Erfahrungen der letzten Monate zeigen, dass die meisten von Ihnen ungeachtet der Vielfalt Ihrer ideologischen Ansichten ebenfalls diese Prinzipien teilen.

In unserem Land gibt es gegenwärtig keinen Krieg. Doch auch die Bürger Russlands haben eine schwere Vergangenheit hinter sich.

Hunderte unserer Genossen sind im Herbst 1993 zu Tode gekommen oder verhaftet worden, als sie sich Panzern entgegenstellten, die jene zusammenschossen, die im ersten Parlament Russlands eine Volksmacht gefordert und sich geweigert hatten, gemeinsam mit Jelzin nach der Pfeife des Internationalen Währungsfonds zu tanzen, um die Politik „des Schocks ohne Therapie“ in Russland fortzusetzen.

Wir wissen um die Erfahrungen der Analyse und um die Solidarität mit jenen Tausenden und Millionen Menschen, die wie Sie Panzern, Flugzeugen und Kanonen faschisierender „Liberaler“ in Asien und in Lateinamerika, in Osteuropa und in Afrika widerstanden.

Gestützt auf diese Kenntnisse, auf diese Analyse und diese Erfahrungen möchten wir Ihnen sagen:

Ihre Großtat ist bereits in die Geschichte eingegangen.

Die Tatsache, dass Sie sich selbst organisiert haben, dass sie das Leben, die Ehre und die Würde Ihrer Republiken heldenhaft verteidigt haben, dass Sie die Grundlagen für neue Staaten geschaffen haben und diese schützen, hat bereits vor der ganzen Welt bewiesen: Im postsowjetischen Raum waren, sind und werden Menschen leben und arbeiten, die fähig sind, selbständig und nicht auf Weisung irgendwelcher Beamter, nicht um des Geldes willen oder aus puren Eigennutz, und auch nicht nur im Interesse des Wohles eigener Verwandter und nahe stehender Freunde, sondern auch für “Fernerstehende“ zu wirken, zu arbeiten, zu kämpfen und ihr Leben einzusetzen.

Es waren nicht nur ukrainische Oligarchen und neu auf dem Plan erschienene Machthaber, nicht nur faschisierende Rabauken und die Lügen verbreitenden Medien des Landes, die Sie attackierten, sondern es war auch ein großer Teil der so genannten „zivilisierten Menschheit“, jene, die fähig sind, im Interesse des Profits ihrer Korporationen und der geopolitischen Ambitionen der globalen Nomenklatur alle Menschenrechte und Freiheiten mit Füßen zu treten und Tyrannen und Faschisten, Pinochets jeder Coleur zu unterstützen und zu rechtfertigen.

Uns ist bekannt, dass zu den Führungsgremien und zu den Verteidigern Ihrer Republiken viele unterschiedliche Menschen zählen – mit divergierende Ansichten, welche durchaus nicht alle von uns – die wir Anhänger der Volksmacht und des Internationalismus sind – geteilt werden. Sie polemisieren mit einander, und auch für uns gibt es Gründe, mit einigen Ihrer führenden Persönlichkeiten in Diskussion zu treten. Doch nicht dies ist jetzt das Wichtigste.

Das Wichtigste bei der Verteidigung und Weiterentwicklung Ihrer neuen gesellschaftlichen Gebilde

Das Wichtigste besteht darin, dass Ihnen der Sieg gelingt und dass sich nicht Oligarchen und Bürokraten die Ergebnisse Ihres Sieges zu Nutze machen können, die nur eine Pro-Russland-Orientierung vorgeben wie die Janukovitschs und die Poroschenkos.

Sowohl Ihr als auch unser Weg ist mit Russland, seiner Geschichte und seiner Zukunft verknüpft. Doch sowohl Sie als auch wir wissen, dass bei weitem nicht alle, die in der Russischen Föderation über ökonomische und politische Macht verfügen, bereit sind, in Wort und Tat Ihren Kampf zu unterstützen und echte Hilfe zu leisten. Viele Oligarchen Russlands und ihre Macht ausübenden Vertreter fürchten Ihre Selbständigkeit, den antioligarchischen Vektor Ihres Kampfes.

Doch das Volk Russlands steht in seiner übergroßen Mehrhheit an Ihrer Seite!

Und wir unterstützen ganz entschieden Ihre Bestrebungen, die darauf gerichtet sind, Ihr Schicksal selbst zu entscheiden, die Kontrolle über das Großkapital zu übernehmen, die Beamten abzusetzen und die Staatsmacht von unten aufzubauen, wenn wir auch nicht die unter Ihnen anzutreffenden proimperialen Ansichten und Hoffnungen hinsichtlich eines „guten Zaren Russlands“ teilen,

Doch es sei nochmals festgestellt, dass diese Unterschiede kein Hindernis sein dürfen, einen gemeinsamen Kampf zu führen.

Wir sind schon lange unseren jungen Jahren entwachsen und können wohl kaum noch an den Fronten von Nutzen sein, doch wir haben Ihren Kampf während all dieser Monate nach Maßgabe unserer Kräfte in unserem Land und im Ausland auf dem Gebiet der Information unterstützt, indem wir regelmäßig Mitteilungen zur Information sowie Erklärungen von Führern gesellschaftlicher Organisationen und oppositioneller Parteien europäischer Länder, der USA u.a. in verschiedenen Sprachen der Welt initiiert und gefördert haben.

Trotz allergrößter Schwierigkeiten haben Sie bereits begonnen zu siegen. Diese Siege äußern sich nicht nur in der Verteidigung Ihrer Städte und Dörfer gegenüber einem um vieles überlegenen Gegner. Ihre Siege kommen auch darin zum Ausdruck, dass Sie solidarisch von unten her neue Formen des Lebens, der gegenseitigen Hilfe und der Verwaltung geschaffen haben. Durch Taten erbringen Sie den Beweis, dass Sie den Menschen, sein Recht auf Leben, Würde und Selbstbestimmung schützen. Selbst im Westen hat sich die öffentliche Meinung zu wandeln begonnen; immer mehr Menschen stellen sich auf Ihre Seite oder wenden sich zumindest gegen die Aktionen der NATO.

Umso wichtiger ist jetzt ein entschiedenes Vorankommen. Trotz aller gewaltigen Probleme der Verteidigung wird heute immer klarer, dass die Zukunft Ihrer Republiken nicht nur an den Fronten entschieden wird.

Das wissen Sie ja alles viel besser als wir. Ihre Erfahrungen der positiven Arbeit zur Ingangsetzung des wirtschaftlichen, politischen und geistigen Lebens in den Regionen sind trotz aller Widersprüche äußerst wertvoll. Es sei nochmals hervorgehoben: Sie sind zu einem Teil der Geschichte der gesellschaftlichen Selbstorganisation geworden.

Doch dies ist, wie Ihnen ja auch selbst klar ist, nur der Anfang. Das Wichtigste und Schwierigste steht noch bevor. Und deshalb möchten wir mit Ihnen einige Erfahrungen hinsichtlich jener großen Errungenschaften, gewaltigen Probleme und tragischen Fehler teilen, die Ihre Altvorderen gemacht haben. Dabei sind wir uns jedoch dessen bewusst, dass einerseits unsere Möglichkeiten, Ratschläge zu übermitteln, natürlich sehr begrenzt sind, und dass wir damit andererseits auch eine große Verantwortung übernehmen.

Die Menschen müssen sich ein Bild davon machen können, wie Ihrer Meinung nach die Wirtschaft Ihrer Republiken aussehen soll, welche Garantien auf Arbeit, Einkommen und Eigentum sie erhalten werden; – wer im Falle Ihres endgültigen Sieges gewinnen und wer verlieren wird (und dies wird es auf jeden Fall geben); – wem die reale ökonomische und politische Macht gehören wird; – welche ideologischen Grundlagen Ihre Macht haben wird und ob es dort Platz für Nationalismus (eines ukrainischen oder eines russischen) geben wird; – worin der grundsätzliche Unterschied Ihres Staates hinsichtlich der wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Prinzipien im Vergleich zu dem besteht, was die Justschenkos, die Janukovitschs und Poroschenkos getan haben und tun.

In dieser Beziehung haben Sie bereits bestimmte Entscheidungen getroffen, doch es gibt auch Probleme. Wir wissen, dass es in diesen Fragen innerhalb des führenden Personenkreises der Donezker und der Lugansker Volksrepublik eine Reihe von Differenzen gibt. Umso wichtiger ist es daher, die Punkte der Übereinstimmung zu finden und diese so konkret wie möglich festzuhalten. Je exakter und deutlicher Ihr Standpunkt ist, der durch konsequent verwirklichte Aktionen bekräftigt wird, desto besser ist es. Je länger Unbestimmtheit währt, desto eher wird sich die Unterstützung Ihres Kampfes von unten auflösen. Das ist leider eine vielfach durch die Geschichte bestätigte Gesetzmäßigkeit aller dieser Bewegungen.

 

* * *

 

Welches können die wesentlichen Aspekte eines solchen Statements sein?

1. Die Schlüsselfrage einer jeden von unten geschaffenen Macht ist die Frage der Wirtschaft.

Ihnen ist klar, dass das Allerwichtigste und das Allerkomplizierteste jetzt darin besteht, sämtliche die Wirtschaft, das Bildungswesen, die Medizin usw. bestreffenden Dienste in den Städten, Dörfern und Betrieben unter eigene Kontrolle zu nehmen. Dazu ist eine Nationalisierung und Enteignung nicht unbedingt erforderlich (wenn auch wünschenswert), – ausreichend ist auch eine Maßnahme wie die konsequente Durchführung einer umfassenden Rechnungslegung und Kontrolle u.a. in Unternehmen, in kommunalen Diensten und auf sozialem Gebiet. Rechnungslegung und Kontrolle der Werktätigen zu organisieren ist nicht einfach, aber es ist auch nicht schwieriger als über Monate dem Ansturm Ihrer Feinde standzuhalten. Die ersten Schritte hierbei haben Sie ja unter extremen Kriegsbedingungen bereits getan. Umso wichtiger ist es, die bereits verallgemeinerten Erfahrungen ihrer Vorgänger zu nutzen: Dies wurde sowohl in unserem Land als auch im Ausland so gemacht. Diese Erfahrungen haben gezeigt: Die Volkskontrolle kann zu einem bedeutsamen Mittel werden, um in Sabotagefällen die Arbeit in den Betrieben in Gang zu bringen; sie kann eine effektive Maßnahme sein, um die prokiewer „Fachleute“ von der Kontrolle über die Wirtschaft, die kommunale Wirtschaft und die Finanzen zu entbinden und diese in die Hände von Bürgern Ihrer Republiken zu legen.

Wir unterstützen Ihre ersten Schritte zur Einschränkung der Macht der lokalen Oligarchen und Ihren Kurs auf die weitere offene und konsequente Erhöhung des Drucks auf all jene Kapitaleigentümer (insbesondere die großen), die Ihre Republik nicht unterstützen und ihr wirtschaftlich und organisatorisch keine Hilfe zuteil werden lassen. Hier gilt es, nicht beim Erreichten stehen zu bleiben, sondern es müssen weitere Schritte unternommen werden, um die von Ihnen in die Wege geleitete Nutzung von Gewinnen der den Kapitaleigentümern gehörenden Unternehmen zu Gunsten der Republik weiter auszubauen. Diese Aufgabe lässt sich wiederum besser lösen, wenn nicht nur ein neues Finanz- und Steuersystem eingeführt wird, sondern auch eine Kontrolle in den Unternehmen.

Ihre Bemühungen um die Durchführung einer öffentlichen und lauteren, im Interesse der Bürger liegenden Wirtschaftspolitik wird von uns voll unterstützt. In diesem Zusammenhang spielt die Weiterentwicklung des Prinzips der Transparenz und Öffentlichkeit in Ihrem gesamten Handeln für die Donezker und die Lugansker Volksrepublik eine große Rolle.

Von prinzipieller Tragweite ist schließlich weiterhin die Einführung der Kontrolle des Finanzsystems, u.a. dadurch, dass die von Ihnen begonnene Ersetzung der prokiewer Leitung von Banken und weiteren Finanzinstitutionen (darunter auch von privaten) durch von Ihnen bevollmächtigte Personen abgeschlossen und eine von unten ausgehende Kontrolle über die Geldströme eingeführt wird. Auch dies setzt nicht unbedingt eine Nationalisierung der Privatbanken voraus: derartige Schritte schaden weder den Einlegern noch den Eigentümern der Banken (mit Ausnahme offener Feinde der Republiken, die Mordtaten unter der Bevölkerung und andere volksfeindliche Handlungen finanzieren).



2. Auf politischem Gebiet.

Trotz aller Schwierigkeiten der Herausbildung einer Volksmacht unter den Bedingungen kriegerischer Einwirkungen ist es Ihnen gelungen, einen wirksamen Mechanismus direkter Einbeziehung der Bürger in den Prozess der Lösung wichtiger politischer Probleme zu schaffen. Und dies bedeutet für Sie einen sehr großen Sieg. Auch hier kann dessen weiterer Ausbau dazu beitragen, Ihren in der Entstehung begriffenen Staat zu festigen. Der Weg dazu führt über die Herausbildung von Machtorganen, wie sie vor über hundert Jahren von Ihren Kampfgenossen durch die Gründung von Räten der Bürger und Werktätigen auf der Grundlage direkter Willensbekundung an der Basis ins Leben gerufen wurden. Natürlich kann es auf diesem Weg zur Macht auch zufällige Menschen geben. Doch erstens ist es sehr wenig wahrscheinlich, dass diese schlimmer sind als die Kiewer Protegés. Und zweitens haben Sie ja auch bereits militärische Truppenteile gebildet. Staatsbürgerliche Organisationsformen zu schaffen ist nicht komplizierter. Also wird Ihnen auch dies gelingen.

3. Auf dem Gebiet der Ideologie.

Zweifelsohne haben die führenden Personen der Donezker und der Lugansker Volksrepublik heute recht unterschiedliche Ansichten, unter denen prorussische, auf das Staatswesen ausgerichtete, aber auch imperiale Ideen vorherrschen. Wir möchten ganz eindeutig feststellen: Diese Ansichten teilen wir nicht. Wir erkennen aber sehr deutlich die Widersprüchlichkeit des gegenwärtigen Kampfes: Die von westlichen Eliten und deren Kiewer Marionetten verkündeten Losungen der Demokratie und des Schutzes der Menschenrechte laufen in Wirklichkeit auf eine profaschistische, nationalistische Politik hinaus. Und die Mitglieder der Volkswehr, die die Werte des Staatswesens hoch halten und größtenteils die Ideen eines russischen Nationalismus vertreten, verteidigen zugleich die Interessen und das Leben der Bürger und handeln als Internationalisten auf der Grundlage von Selbstorganisation.

Es wäre völlig utopisch, wollte man unter diesen äußerst widersprüchlichen Bedingungen den Versuch unternehmen, eine gemeinsame Ideologie auszuarbeiten. Daher unterstützen wir in vollem Maße Ihre Bemühungen, ideologische Differenzen nicht zu akzentuieren. Darüber hinaus stimmen wir Ihrer gemeinsamen antifaschistischen Plattform zu. Diese wird auch von Tausenden unserer Genossen in Europa, in den USA, in Lateinamerika und in anderen Regionen der Welt geteilt.



Und trotz alledem ist dies noch zu wenig. Wir möchten uns öffentlich an Sie wenden und Sie dazu aufrufen, jene wesentlichen Ideen, die bereits in einigen Fällen zum Banner Ihrer Republiken werden, auf jede Weise zu unterstützen, zu propagieren und zu verbreiten. Hierbei sollten folgende Gegenüberstellungen eine Rolle spielen:

  • Verteidigung der Pinzipien des Rechts der Völker, ihr Schicksal selbst zu entscheiden, insbesondere auf dem Gebiet der staatlichen Selbstbestimmung ––– gegen den Faschismus, Expansionismus und Militarismus der Kiewer Machthaber;

  • Internationalismus, Freundschaft und Gleichberechtigung der Völker der Ukraine, Russlands und der Vertreter aller Nationalitäten, Achtung gegenüber allen Sprachen, Kulturen und nationalen Traditionen ––– gegen Russophobie und Ukrainophobie, Antisemitismus und alle anderen Äußerungen eines aggressiven Nationalismus;

  • die Notwemdigkeit, nicht nur der russischen Sprache sondern auch der ukrainischen Sprache den Status einer staatlichen Amtssprache zuzuerkennen, und Förderung der ukrainischen Kultur und der nationalen Traditionen in Ihren Republiken ––– gegen Unterdrückung der russischen Sprache und Kultur auf dem Territorium der mittleren und westlichen Ukraine.

  • Zugang der Bürger ihrer Republiken zu den unterschiedlichen Medien der Masseninformation ––– gegen Informationsblockade aller wahrheitsgemäßen Informationen seitens der Kiewer Machtorgane.

Der letztere Aspekt ist von grundsätzlicher Tragweite: Ohne Eroberung der „vierten Macht“ und, insbesondere, ohne Wahrung zumindest der Parität der Informationsströme werden – wie sie selbst wissen – die Donezker und die Lugansker Volksrepublik nicht siegreich sein können. Und hier ist die Entlassung der prokiewer Newsmaker von den leitenden Posten und ein Rückhalt bei den normalen, Ihnen ideologisch nahe stehenden Journalisten von prinzipieller Bedeutung.

Ferner: Die Geschichte zahlreicher Volksinitiativen auf verschiedenen Kontinenten zeigt: Wenn die für ihre Rechte kämpfenden Bürger auf halbem Wege stehen bleiben und die Eroberung der Macht nicht durch eine neue reale wirtschaftliche und sozial-politische Basis festigen, eignen sich dem Volk feindlich gegenüberstehende Kräfte – wie islamische Fundamentalisten, Großmachtchauvinisten, lokale Nationalisten oder Globalisatoren – die Erfolge des kämpfenden Volkes an und nutzen sie für ihre eigenen Zwecke aus. 

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Wir sind uns dessen sehr wohl bewusst, dass es zwar leicht ist, aus der Ferne Ratschläge zu erteilen, jedoch unvorstellbar schwer, sie in die Praxis umzusetzen, und manchmal scheint dies überhaupt nicht möglich zu sein. Doch Schwierigkeiten sind überwindbar. Sie haben bereits Leistungen vollbracht, die „Profis“ für unmöglich gehalten haben. Wenn jemand im März gesagt hätte, dass Freiwillige aus Donezk und Lugansk allein, ohne staatliche Unterstützung der Russischen Föderation, den Truppen erfolgreich widerstehen würden, die im Massenmaßstab Flugzeuge, Panzer und Artillerie zum Einsatz bringen, so hätte dies keiner geglaubt. Von Ihnen wird tagtäglich bewiesen, dass dies möglich ist. Wir sind davon überzeugt, dass Sie auch beim Aufbau neuer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse Unmögliches leisten werden.

Wir sind keine unbeteiligten Beobachter. Wir sind mit Ihrem Kampf solidarisch und zu allen Formen möglicher Hilfe bereit.

Daher haben wir eine Bitte an Sie: Schon lange ist die Zeit gekommen für eine öffentliche Botschaft im Namen Ihrer Regierung und Ihres Führungsgremiums (bzw., falls dies nicht möglich ist, im Namen einflussreicher öffentlicher Strukturen) an die Bürger Russlands und die Weltgemeinschaft, in der die Ziele für die Schaffung Ihrer Republiken sowie die Prinzipien ihrer Lebenstätigkeit ausführlich dargelegt werden und in der zugleich konkrete Vorschläge enthalten sind, wie praktische Solidarität mit ihrem Kampf organisiert werden kann.

Wir und Hunderte unserer Genossen verpflichten uns, die Verbreitung und Popularisierung dieser Botschaft maximal zu unterstützen.

 

 

Aleksandr Buzgalin,

Dr. oec. habil, Professor, Chefredakteur der Zeitschrift „Alternativen“

Ljudmila Bulavka,

Dr. phil. habil., Mitglied des Redaktionskollegiums der Zeitschrift „Alternativen“

Andrej Kolganov,

Dr. oec. habil, Professor, Mitglied des Redaktionskollegiums der Zeitschrift „Alternativen“

Emil Rudyk,

Dr. oec. habil, Professor, Mitglied des Redaktionskollegiums der Zeitschrift „Alternativen“

Boris Slavin,

Dr. phil. habil, Professor, Mitglied des Redaktionskollegiums der Zeitschrift „Alternativen“

Andrej Sorokin,

Dr. oec., Dozent, Verantwortlicher Sekretär der Zeitschrift „Alternativen“

Übersetzung aus dem Russischen: Rust 28.06.2014