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„Herzlich willkommen oder Fremden ist der Zutritt verboten“ bzw. Wie man über das Projekt 5-100 diskutiert

Herzlich willkommen oder Fremden ist der Zutritt verbo-ten“ bzw.Wie man über das Projekt 5-100 diskutiert“

Gulnara Aitova

Vielleicht erinnern Sie sich noch, wie die sowjetische Filmkomödie von 1964 hieß, in der Ėlim Klimov und Evgenij Evstigneev die Hauptrollen spielten. Ich musste daran denken, insbesondere an den Titel, als man mir und meiner Kollegin heute, am 28. Januar 2016, kategorisch den Zutritt zu dem Kommunikativen Laboratorium verwehrte, in dem sich der Rektor der Staatlichen Universtität Tjumen befand. In dem Laboratorium sollte eine Diskussion über die Art und Weise der Gehaltszahlungen im Rahmen des Programms zur Erhöhung der Konkurrenz­fähigkeit stattfinden, die natürlich unsere Arbeitsinteressen betrifft.

Die Anmeldung dazu hatten wir bereits Anfang Januar 2016 abgegeben. Obgleich wir diese Regel eingehalten hatten, war unsere Teilnahme dort nicht vonnöten. Lassen wir die Frage beiseite, ob meine persönliche Anwesenheit dort von Bedeutung war oder nicht. Sie wird des Öfteren aufgeworfen und diskutiert (und wofür ich meinen Opponenten nur zu Dank verpflichtet bin). Vielmehr möchte ich auf eine wesentlichere Seite dieser Situation aufmerksam machen. Wenn jemand aus dem Lehrkörper mit dem Projekt 5-100 der Staatlichen Universität Tjumen’ nicht einverstanden ist oder dieses kritisch betrachtet, so muss man eben außerhalb der Hochschule alternative Gelegenheiten für Diskussionen über deren Entwicklungswege wahrnehmen. Das mag utopisch klingen, wenn man es von einem pessimistischen Standpunkt aus betrachtet, aber vom Standpunkt der Bürgerpflicht und der Verantwortung für das Schicksal der Universität ist das durchaus realisierbar, was ja auch die Praxis jener westlichen Universitäten beweist, denen wir so fleißig nachzueifern suchen.

Und der Runde Tisch vom 26. Januar 2016 zum Thema „Allgemeinzugängliches Gut oder Objekt der Kommerzialisierung?“ ist erst einmal eine solche Alternative, wo die Opponenten des Programms 5-100 der Staatlichen Universität Tjumen und dessen Verfechter in Person der Vertreter des Rektorats ihre Meinung öffentlich darlegen und sich an der Diskussion beteiligen können. Das mag fantastisch anmuten, doch es ist wahr. Wir, die gesellschaftlichen Kräfte sind es doch, die eine demokratische, für alle gleichermaßen offene Diskussions­mög­lichkeit geschaffen haben (in Gestalt des Kongresses der Mitarbeiter von Bildungswesen, Wissenschaft. Kultur und Technik – KRON/KBWKT und des Widerstands der gesamtrussischen Elternschaft RVS/WGE) sowie des Lehrkörpers, der die Folgen dieses Programms für die Hochschulen kritisch betrachtet. Bis jetzt ist da nur noch die Frage ungelöst, ob im Rahmen der Staatlichen Universität von Tjumen’ eine gleichberechtigte Diskussion für ALLE, für die Verfechter und für die Gegner des Projekts 5-100, möglich ist.

Für mich ist diese Frage gegenwärtig nur rhitorisch, doch wenn unsere Universität zu einem öffentlich genutzten Ort zur Diskussion der Probleme und Wege für ihre weitere Entwicklung machen will, so reichen „gute Vorsätze“ nicht aus. Dazu bedarf es Willen zur Selbstor­ganisation, zu Solidarität und gegenseitiger Unterstützung, was jedes wirkliche Kollektiv auszeichnen muss.

In diesem Zusammenhang sehen wir unsere Aufgabe darin, reale Möglichkeiten zu finden für wirkliche Alternativen zur Kommerzialisierung des Hochschulwesens und zu seiner Verwandlung in einen Ort für Auserwählte. Und ich möchte die Kollegen daran erinnern, wie sich die Freunde zu Kostja Inočkin verhielten, vor dem die Tür zum Pionierlager mit dem Schild „Fremden ist der Zutritt verboten“ (zum Glück nicht lange) verschlossen blieb.

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